Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Manfred Hauke:
Anthropologie und Mariologie in der zeitgenössischen theologischen Diskussion:
gemeinsame Perspektiven und Probleme
(FKTh 2013-1, S. 1–21)

In der zeitgenössischen Theologie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil boten sich einige Themen der Anthropologie für eine mariologische Vertiefung an. Der Ausgangspunkt dafür ist die konziliare Beschreibung Marias als Urbild der Kirche, auf der Grundlage der patristischen Ekklesiologie. Die „bräutliche“ Beziehung der Kirche zu Christus als ihrem „Bräutigam“ spiegelt sich wider in der Diskussion über das Verhältnis zwischen Amtspriestertum und gemeinsamem Priestertum aller Christen. Hans Urs von Balthasar beispielsweise spricht vom marianischen Profil, das für die Kirche als Ganze grundlegend ist, und vom apostolisch-petrinischen Profil. Der Artikel erwähnt die Diskussion um die Feministische Theologie, die Darstellung Marias als Ebenbild des dreifaltigen Gottes, die Spannung zwischen transzendentaler und personalistischer Anthropologie sowie die Stellung Marias im Bund zwischen Christus und der Kirche. Ein weiterer Blick gilt den Studien über die Mutterschaft und die Jungfräulichkeit Marias, der Bedeutung der „neuen Eva“, der Unbefleckten Empfängnis als Hinweis auf den heilen Ursprung der Menschheit und schliesslich dem eschatologischen Aspekt: Maria als „lebendige Ikone“ der vollendeten Menschheit.

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