Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Johannes Nebel:
Das Herz des Erlösers als Quelle liturgischer Gestalt
(FKTh 2015-1, S. 22–24)

Das Anliegen dieser Studie ist die christologische Begründung liturgischer Gestalt. Da diese untrennbar von der Wirklichkeit des Symbols ist, muss für das christologische Fundament ebenfalls die Symbolebene erschlossen werden. Dazu wird von der Theologie des Sakralen ausgegangen: Das Symbolische ersetzt nicht die Realität, sondern konzentriert sie in sich, insofern es im Horizont der je größeren Unähnlichkeit zwischen Gott und Kreatur bildhaft als ›Vakuum an Ähnlichkeit‹ auffassbar ist, in welches die symbolisierte Realitätsfülle von vorneherein hereinbricht. Höhepunkt dessen ist die Eucharistie als Zentrum der sakramentalen Welt. Angesichts des (post)modernen Zerfalls des sakralen Weltbildes wird dies in der HerzJesu-Symbolik vom Personalen her neu eröffnet: Eucharistie als reale Gegenwart einer von unfassbarer göttlicher Liebe dominierten menschlichen Psychosomatik. Dadurch charakterisiert nicht erst der Verkündigungs- sondern bereits und vor allem der Symbolcharakter das ganze liturgische Geschehen grundlegend von göttlichem Anruf und menschlicher Antwort her. So wird unter Einbezug von Aspekten des Symboldenkens Romano Guardinis das Wesen der Liturgie als »actio sacra praecellenter« (SC 10) neu erschlossen und in wesentlichen Dimensionen beleuchtet.

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