Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Wilhelm Tauwinkl:
Eine Rahnersche Auslegung des Ablasses in der Bulle »Misericordiae vultus«?
(FKTh 2016-2, S. 108–117)

Die Bulle »Misericordiae vultus« spricht über die Ablässe in einer Weise, die an Karl Rahner erinnert: die zeitliche Strafe für Sünden entspräche den schmerzhaften Folgen der Sünde, die darum nicht durch ein Handeln der kirchlichen Autorität nachgelassen werden können; Ablass wäre dann wesentlich ein (autoritatives) Gebet. Würde man diese Deutung übernehmen, ließe man die traditionelle Bestimmung des Ablasses hinter sich und würde nur eine Worthülse belassen, die etwas anderes bedeutet. Angesichts der Tatsache, dass die Disziplin der Jubiläumsablässe keineswegs gemäß der Rahner’schen Deutung geändert wurde, lässt sich folgern, dass Papst Franziskus über eine sekundäre Wirkung der Ablässe spricht, ohne die Absicht zu haben, eine neue Definition des Ablasses einzuführen.

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