Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Theobald Beer:
Luthers Glaubenskampf
(FKTh 2017-3, S. 179–202)

Der Artikel weist auf, dass wesentliche Themen der Theologie bei Luther durch den Glaubenskampf bestimmt werden. Luther ist mit repräsentativen Theologen der Patristik, des Mittelalters und der eigenen Zeit im Gespräch, wobei er sich in wichtigen Fragen von ihnen absetzt. Ein Kristallisationspunkt des vom Glaubenskampf geprägten Kontrarietätsdenkens ist die Christologie. Luther trennt Gottheit und Menschheit und lässt nur eine vorübergehende Zusammensetzung beider in Christus zu. Die Sünde, von Luther personifiziert, wird als Zustand auf Christus übertragen. So gesehen, besitzt Christus zwei konträre Naturen, die der personalen Einigung entbehren. Dies ist die Grundlage für einen Christus, der den Kampf in sich austrägt. Die Kreuzestheologie Luthers findet in der Gleichzeitigkeit der konträren Naturen in Christus ihr theologisches Erkenntnisprinzip.

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