Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Berthold Wald:
Glaubensgewißheit und gute Werke
Martin Luther als Wegbereiter des utilitaristischen Moralprinzips
(FKTh 2017-3, S. 161–178)

»Es genügt nicht nur zu glauben, zu hoffen und zu lieben, man muß auch darum wissen und sich dessen sicher sein, daß man glaubt, hofft und liebt« (M. Luther, Operationes in Psalmos, 1519-1521). Die Notwendigkeit, auch die subjektive Gewißheit des rechtfertigenden Glaubens zu erlangen durch eine veränderte Einstellung der handelnden Person zu ihren Werken, hat die Basis für ein neues Moralprinzip gelegt. Es besteht darin, im Handeln und Unterlassen allein auf den Nutzen für andere zu achten. Wer dabei im Gewissen frei ist von der Sorge um die eigene Gerechtigkeit vor Gott, hat daran ein sicheres Zeichen für seinen Glauben an die Alleinwirksamkeit des Glaubens. Luthers Rechtfertigungslehre liefert so die theologische Rechtfertigung der utilitaristischen Ethik, für welche die sittliche »Praxis keine soteriologische Relevanz mehr hat« (K.-H. zur Mühlen).

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