Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Ernst Burkhart:
Ökumenismus und Apostolat »ad fidem« in der Lehre des heiligen Josefmaria Escrivá
(FKTh 2018-2, S. 132–145)

Die jüngsten Studien der Lehre des heiligen Josefmaria Escrivá berichten kaum von seinem Einsatz für die Ökumene. Was man als »ökumenische Skepsis« deuten könnte, beruht vor allem darauf, dass die Zielsetzung des Opus Dei weiter ist als die Wiederherstellung der Einheit der Christen; geht es doch darum, durch das Streben nach Heiligkeit in der Welt Christus an die Spitze aller menschlichen Tätigkeiten zu stellen. Abgesehen vom Gebet der Mitglieder und der Mitarbeit einzelner seiner qualifizierten Theologen in interkonfessionellen Dialogforen usw., gibt es keinen eigentlichen Beitrag des Opus Dei zur kirchenamtlichen Ökumene, sondern nur das statistisch nicht erfassbare apostolische Wirken seiner Gläubigen in Familie und Beruf, das angesichts von religiöser Ahnungslosigkeit und Gleichgültigkeit oft darin besteht, die Menschen überhaupt erst zum Glauben hinzuführen: ad fidem, wenn sie nicht getauft sind; ad plenitudinem fidei, wenn sie auf die eine oder andere Weise der katholischen Kirche fern stehen. Dieses Apostolat ad fidem, das dem Gründer sehr am Herzen lag, rechnet mit dem allgemeinen Heilswillen Gottes und dem Evangelisierungsauftrag der Kirche, achtet jederzeit die Freiheit der Gewissen und lebt aus der Überzeugung, dass sittliche Rechtschaffenheit der Weg ist, über den Gottes Gnade die Menschen zum Erlöser hinführt. Einzelkonversionen, die durch dieses Apostolat erreicht werden, dienen letztlich dem ökumenischen Anliegen.

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