Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Heinz-Lothar Barth:
Die Areopagrede des heiligen Paulus: Prototyp des modernen interreligiösen Dialogs oder biblisches Zeugnis für die christliche Chresis?
(FKTh 2018-3, S. 162–189)

Seit einigen Jahrzehnten ist es üblich geworden, sich auf die Areopagrede des hl. Paulus als Muster für den modernen interreligiösen Dialog zu beziehen, in dem die christliche Seite den Vertretern anderer Religionen Hochachtung und Anerkennung entgegenbringt. Im Unterschied dazu wird in diesem Beitrag betont, dass das Anliegen des Völkerapostels ausschließlich der Mission gilt: Um die andersgläubigen Menschen zum wahren Gott zu führen, geht Paulus zwar auf ihre Kultur insofern ein, als er – unter Ausnutzung von Zweideutigkeiten – Texte aus dem heidnischen Erfahrungshorizont zitiert. Zugleich lassen aber er und sein Berichterstatter Lukas keinen Zweifel daran, dass sie die pagane Religion trotz einzelner Elemente der Wahrheit als Gesamtgröße betrachtet für einen Irrweg halten: Erlösung und Heil kann es nur in Jesus Christus geben, der einmal die ganze Welt richten wird. Die daraus resultierende Aufforderung, Buße zu tun, fällt nur bei wenigen Athenern auf fruchtbaren Boden.

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