Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Thomas Stark:
Narrativität und Diskursivität
Zwei Formen des Sinnverstehens
(FKTh 2022-1, S. 15–29)

Mit dem durch die frühe griechische Philosophie vollzogenen Übergang vom Mythos zum Logos wird die narrative Form des Sinnverstehens durch die diskursive Form des Sinnverstehens als Fundament der Wirklichkeitsdeutung abge­löst. Eine analytische Philosophie der Ge­schichte vermag indes zu zeigen, daß auch jedes Narrativ theoretische Deutungsmus­ter impliziert, die es an diskursive Struktu­ren anschließbar macht. Und schließlich müssen - wie Platon gezeigt hat - diskur­sive Deutungssysteme, sofern sie einen umfassenden, universalen und fundamen­talen metaphysischen Geltungsanspruch erheben, ihrerseits wiederum auf narrative Deutungsmuster gegründet werden, die als basale Mustererzählungen auftreten, denen eine gleichsam poetische Evidenz zuge­sprochen werden kann.

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