Vierteljahresschrift für das Gesamtgebiet der katholischen Theologie
Begründet von Kardinal Leo Scheffczyk • ISSN 0178-1626
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Zusammenfassung

Heinz Sproll:
Die Memoration des Saeculum Augustum als heilsgeschichtliches Theologumenon in der „Fülle der Zeit“ (Gal 4,4) in Antinomie zur geschichtspolitischen Funktionalisierung in der Ideologie der Romanità des Littorio: Zwei inkommensurable Temporalstrukturen.
Die Antwort der „Civiltà Cattolica“ auf das „Bimillenario Augusteo“ 1937/38
(FKTh 2026-1, S. 40–53)

Die diskursanalytische Studie wertet die Beiträge des von Jesuiten redigierten offiziösen Presseorgans der Kurie, des „Osservatore Romano“, anlässlich des Augustus-Jubiläums 1938 aus. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Kurie stellvertretend für die katholische Kirche der faschistischen Geschichtspolitik das bereits von einigen Kirchenvätern in Referenz zu Lukas 2,1 vertretene heilsgeschichtliche Paradigma von der Inkarnation des Logos in der Pax Augusta mit erheblicher Performanz und großer Reichweite entgegensetzte. Entgegen der in der italienischen Historiographie vorherrschenden Sicht, wird der Terminus der „Politischen Religion” für den Faschismus vermieden, da diese Ideologie bereits in ihrem Selbstverständnis jeglichen Transzendenzbezug ablehnte. Die vorliegende Untersuchung, am Beispiel des Augustus-Jubiläum 1938, lässt eine klare Distanz, ja weitgehend eine scharfe Kritik der Kurie an der geschichtspolitischen Vereinnahmung der PAX AUGUSTA durch den Faschismus erkennen.

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